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Gleichzeitigkeiten eines Augenblickes
2. Februar 2007 - 10. März 2007
Vernissage: 1. Februar 2007, 18 - 20Uhr
Unter dem Titel „Gleichzeitigkeiten eines Augenblicks“ zeigt die Malerin und Performancekünstlerin neuere Werke.
Seit dem Abschluss ihrer formellen Ausbildung malt Rahel Zweig ihre Bilder in Öl auf Holz und bannt mit ihrer unverwechselbaren Wischtechnik die spannenden Impressionen zahlreicher Reisen auf dieses ungewöhnliche Material. Ihre Anregungen holt sich die ehemalige Laban-Tänzerin vor allem aus der Ferne. Ihre grossformatigen Arbeiten sind von einem durchlässigen Zeitbegriff geprägt. So vermischt sich auf den Bildern das Hier und Jetzt, der absolute Moment mit dem Gedanken an das Vergängliche und Vergangene. Die subjektive Wahrnehmung eines szenischen Augenblicks in einem toskanischen Thermalbad wird beispielsweise durch Elemente aus anderen geographischen oder zeitlichen Ebenen durchbrochen. Thailändisches ghost house meets Caravaggio. Anderswo bildet ein römisches Architekturelement den Hintergrund für die surreal anmutende Liebkosung eines alten Autos durch einen Hund. Das Auto scheint nach dieser Berührung heftigst zu reagieren und ist im Begriff sich aufzulösen. Der Surrealismus bedeutet für Rahel Zweig Inspirationsquelle und Ausdrucksmedium zugleich. Sie verarbeitet die vor allem in Asien und Südamerika gewonnenen Eindrücke zuhause in Zürich zu expressiven Darstellungen, auf denen fliessende Bewegungen neben statischen freskoähnlichen Motiven einhergehen.
Des Öfteren reist sie nach Brasilien, ein Land voller Gegensätze und Emotionen. Im zweiten Teil der Ausstellung geben Rahel Zweigs Bilder den Strassenkindern und Obdachlosen eine Stimme. Wir begegnen den Vergessenen und Stehengelassenen auf den Strassen von Rio de Janeiro in einer für die Seele des Betrachters fast gnadenlos unendlichen Serie von kleinformatigen Bildern namens „Bluespainters“. Auf 15x17 cm erzählt die Künstlerin von „gesellschaftlicher Ausgrenzung durch materielle Armut, vom Gefühl nichts zu haben und nichts zu sein“. Daneben hängen Bluespainters mit Motiven aus der Schweiz, auch diese zeigen Momentaufnahmen unserer Gesellschaft im Strassenbild. Die fotografierten Motive nimmt Rahel Zweig als Grundlage für ihre spätere Arbeit mit dem Pinsel: die perfekte Wischtechnik beeinflusst auch hier die subjektive Wahrnehmung des Betrachters. Sehen wir nur, was wir sehen wollen oder sollten wir die Augen nicht auch für das andere öffnen?
Seit 1994 engagiert sich Rahel Zweig im Armenviertel Julio Otomi von Rio de Janeiro und unterstützt die Arbeit des von ihr gegründeten Vereins Curumin, der sich für die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen einsetzt, durch vielfältige Projekte.
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